Grenzhammer

Auf dieser Seite können sie sich über die Geschichte der Anwesen im Warmensteinacher Ortsteil Grenzhammer.

Das Foto zeigt im Vordergrund die Paterlfabrik, die Brauerei und die Landwirtschaft der Familie Traßl (heute SiLi, Gemarkung Warmensteinach). Hinter dem Areal der Steig mit den drei Bäumen und dem Grenzhammer (Gemarkung Oberwarmensteinach).

Das Haus vorn an der Straße, eine Spenglerei, hatte die Hausnr. 6. Darunter war, in Hausnr. 7, eine Wagnerei untergebracht.

Nr. 1, 5 und 2 liegen dahinter. Im Hintergrund links Hausnr. 3 und weiter Steinach abwärts die Hammerschmiede (nicht im Bild).

Grenzhammer 1

Contz Köferl(ein), Keferlein, der Vater, stammt aus Kemnath und ist um das Jahr 1558 zusammen mit zehn anderen Familien nach Oberwarmensteinach gezogen, um dort zu roden und einen Hammer aufzubauen. Dies war der frühe Grenzhammer. Sein Sohn Contz hat später einen Zrennofen dazu gebaut sowie Wohnhäuser für seine Arbeiter. Contz jr. muss ein besonderer Haudegen gewesen sein, denn er zahlte keine Steuern und saß seine Schulden lieber ab. Den Nachnamen Köferl gibt es heute noch im Gemeindebereich.

Foto um 1900

Das Haus „Grenzhammer 1“ ist das Herrenhaus gewesen. Es war unter anderem im Besitz von Joseph Reichenberger und Christoph Leupold, dann der Erbengemeinschaft Steininger. Im Jahr 1910 erwarb es Metzgermeister Eberhard Pöhner (Hausname „Eber“). Er hatte hier eine eigene Metzgerei und braute auch Bier. Im 20. Jahrhundert fanden in Grenzhammer 1 viele Mieter ein Zuhause.

Das ehemalige Herrenhaus im Jahr 2011

Grenzhammer 2


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Das Haus mit der Nr. 2 (noch heute „Hammermühle“ genannt) im Jahr 2006. An der Giebelseite befand sich das Wasserrad.

Ehemals war es im Besitz von Joseph Reichenberger sen. und jun. Heute ist Urenkelin Christine Dannhorn die Eigentümerin. Die „Hammermüller“ hatten großen Landbesitz, der sich über den Höllfelsen bis zum Ortsende von Oberwarmensteinach erstreckte.

Die „Alt Mühl“ um 1920. In der im Blickfeld vorderen Haushälfte wohnte Familie Reichenberger (Hausname „Bade“), in der Hinteren Familie Prechtl (Hausname „Huber“).

Für ein Wasserrad gibt es keinen Nachweis, obwohl immer von der „Altn Mühl“ die Rede war. Hier gab es einen Weiher, dessen Mühlbach von der Steinach gespeist wurde. Das Wasser floss weiter zur Hammermühle und zum Vahwerk, wo es die Wasserräder antrieb.

Grenzhammer 4


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Foto: August 2026

Der „Waffenhammer“ mit der Hausnummer 4 (im Volksmund „Hammerl“) ist heute im Besitz von Martin Schmidt. Durch die Lange direkt an der Grenze gelegen ergab den Namen „Grenzhammer“.

Foto: 1942

Wolfgang Schmidt, geb. 1869, hatte mit seiner Ehefrau Josepha 10 Kinder, die alle im „Hammerl“ aufwuchsen. Die Familie wohnte am Dachboden und unten beherrschten drei Hämmer das Geschehen. Das eine Wasserrad trieb die Gebläse für Schmiedefeuer und Schleifstein an, das andere die Hämmer. Drei der vier Söhne erlernten das Waffenschmiedehandwerk. Wolfgang Schmidt jun. geb. 1900, betrieb das Hammerwerk weiter. Die geschmiedeten Werkzeuge wie z.B. Äxte, Schaufeln, Pflugscharen, Kartoffelhacken und Paterleisen waren von besonderer Qualität und deswegen sehr gefragt. Beliefert wurden überwiegend Eisenwarengeschäfte, Forstbetriebe, Bauern und Handwerker in der Umgebung. Mit der damaligen Reichsbahn wurden die gefertigten Produkte deutschlandweit verschickt. Die Requisitenkammer des Richard-Wagner-Festspielhauses in Bayreuth wurde ständig ergänzt Hellebarden, Schutzschilder, Schwerter und weiteres Rüstzeug wurden im „Hammerl“ angefertigt.

Leider wurde Wolfgang Schmidt jun. im 2. Weltkrieg (1942/43) vermisst. Die Waffenschmiede, in der auch zwei Gesellen und ein Lehrling dieses Handwerk ausübten, wurde nach Kriegsende stillgelegt.

Grenzhammer 5


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Grenzhammer 5, das „Vahwerk“, im Jahr 2016.

Deutlich erkennbar, dass hier die beiden oberschlächtigen Wasserräder angebracht waren

Die Familien Johann und später Franz Traßl erzeugten Strom und hatten eine Holzwarenfabrik. Im Jahr 1985 ging der Besitz an Anita Adler (geb. Traßl) über. Sie verpachtete das Anwesen an Rudolf Winkler, der es später kaufte. Er fertigte dort Holzkisten für den Versand von Waren. Ebenfalls stellte er, zusammen mit seiner Ehefrau Brotzeitbretter und nachhaltige Tisch- und Serviceaccessoires aus Massivholz her. Heute ist das Areal im Besitz von Joana Hedler, die aus Neuseeland stammt.

Hier befand sich ab 1851 auch die Spiegelglas-Schleiferei von Joseph Ulrich Reichenberger.

Den roten Sand, mit dem die Spiegel geschliffen wurden, konnte man noch jahrelang auf dem Gelände finden. Er eignete sich sehr gut zum Reinigen von Eichentischen, so die Aussage der „Hammermüllers Luise“.

Das neue Besitzerehepaar Joana und Norbert Hedler hat diesen verlandeten Weiher im Jahr 2017 freigelegt und die Wasserkraft durch den Einsatz einer neuen Turbine reaktiviert.

Quellen aus schriftlichen sowie mündlichen Überlieferungen von Rudolf Thiem, Dr. Peter Köferl, Hildegard Heser und alteingesessener Einwohner.