Die Zwissel

Kurze Zusammenfassung der allgemeinen Geschichte von Warmensteinach

In Warmensteinach fließt der Moosbach (früher Kalte Steinach genannt) und die Warme Steinach zusammen, dieser Punkt wurde von alters her als „Zwissel“ bezeichnet. An dieser Stelle stießen auch drei Herrschaftsgebiete zusammen: der Egergau, die Kurpfalz und Burggrafschaft Nürnberg.

Um diesen Punkt herum entstand im Laufe der Zeit die Ortschaft Warmensteinach. – Im Jahr 1402 erhalten Ullein Dürpecke und Niclas Köchel aus Berneck von dem Nürnberger Burggrafen Johann III. das „Eysenberkwerk an der Zwiseln gelegen, darein in Herman von Weydemberg sprichet“, verliehen. Dies gilt als erste urkundliche Erwähnung der die Besiedelung der Gegend von Warmensteinach belegt.

Im Landbuch von Berneck von 1536 taucht das Hammergut Kaltensteinach auf, der Besitz befindet sich heute in Warmensteinach am Dostenweg. Unterhalb der „Zwiesel“ entsteht an der „Warmen Steinach“ auf dem Gebiet der Burggrafen und späteren Markgrafen von Bayreuth sowie deren Gefolgsleuten, den Herren von Weidenberg, später v. Künsberg und v. Lindenfels der zweite Ortsteil „Warmensteinach“.

Quelle: https://atlas.bayern.de/

1536 wird die Grenze zwischen der Kurpfalz und der Markgrafschaft Bayreuth, deren Verlauf im Gemeindegebiet noch gut feststellbar ist, neu vermarkt. Sie lief von Drechselstein am Ochsenkopf über Fleckl, Geiersberg, zur Hellen Glocke hinab zur Zwiesel Grenzstein Nr. 49 (am Autohaus Heser) den gegenüberliegenden Hang hinauf nach Wagenthal und weiter über den Kreuzstein.

Aus dem Jahr 1699 wird bekannt, dass die Bevölkerung im Steinachtal ihren Lebensunterhalt als Glasmacher in Knopfhütten, als Glasträger und als Wald- und Flößarbeiter verdienen. Im Jahr 1899 gründen 33 Glasperlenmacher die Glasperlen-Genossenschaft, aus der dann später die Glaswerke Warmensteinach hervorgehen.

Ein nicht unerheblicher Wirtschaftsfaktor war der Bergbau, vor allem auf Eisen, der rund um Warmensteinach und beiderseits der Berghänge des Steinachtales seit dem 14. Jahrhundert stattfindet.

Am 15.8.1896 fährt der erste Zug auf der Stichbahn Bayreuth-Warmensteinach, die Bahn wirkt sich günstig für den aufkommenden Tourismus aus; der Fichtelgebirgsverein legt ab 1897 Wanderwege und Aussichtspunkte an. Im Winter werden ab 1907/08 in Nürnberg Sonderzüge eingesetzt, auch „Rodlerzüge“ genannt, die die Tagesgäste nach Warmensteinach bringen. 1910/11 veranstaltet der Fränkische Skiclub die erste überregionale Wintersportveranstaltung; es wird die „Gebrüder-Wehrmann-Sprungschanze“ gebaut. Nach dem 2. Weltkrieg entwickelt sich Warmensteinach im Sommer und Winter zum meistbesuchten Urlaubsort im Fichtelgebirge, es entsteht ein Landesleistungszentrum des nordischen Skisports auf nationaler und internationaler Ebene.

1978 kommt die Gemeinde Oberwarmensteinach mit seinen Ortsteilen zur Gemeinde Warmensteinach.

Das Ortswappen von Warmensteinach

Die Nadelbäume symbolisieren die Lage in waldreicher Umgebung im Fichtelgebirge. Warmensteinach liegt an der Mündung der Warmen Steinach und des Moosbaches (früher Kalte Steinach). Dies kommt durch die blaue Wellendeichsel zum Ausdruck (Zwissel). Die Glasschale weist auf die Glasherstellung hin, die für den Ort über viele Jahrhunderte einen wichtigen Wirtschaftsfaktor darstellte. Diese Tradition wurde durch die Heimatvertriebenen mit der Gablonzer Glasindustrie fortgesetzt.