Waldnutzung hat im Fichtelgebirge eine lange Tradition. Waren es früher in erster Linie die Bergwerke, die einen enormen Holzbedarf hatten, so ist es heute der nachhaltige Rohstoff Holz, der in nahegelegenen Sägewerken zu hochwertigen Endprodukten verarbeitet wird.
Dabei dient die Holzernte der Waldpflege und schafft Licht für die Waldverjüngung und den Waldumbau zu einem klimatoleranten Mischwald. Der Förster markiert die Entnahmebäume und der Forstwirt oder die Holzerntemaschine fällt sie und teilt sie in verschiedene Sortimente ein. Der lokale Holzrücker legt die Stämme an die Forststraße. Von dort geht die Reise 20 bis 70 km zu Sägewerken im näheren Umkreis.
Bei der Ernte von Fichten entsteht in der Regel Bauholz von 5 bis 18 m Länge. Starke Erdstämme werden zu Latten oder Spezialverwendungen wie z.B. Fensterholz. verarbeitet, während das mittelstarke Stammholz zu Balken und Bretter zersägt wird. Die anfallenden Späne werden zu Holz-Pellets oder zu Spanplatten gepresst. Die Rinde wird zu Rindenmulch verarbeitet. Übrigbleibende Resthölzer werden meist thermisch verwertet und zur Stromerzeugung genutzt oder heizen die Trockenkammern der Sägewerke.
In die entstandenen Lücken werden im Herbst Mischbaumarten wie Tanne, Buche, Lärche oder Douglasie gepflanzt, auf sonnigen, hellen Standorten auch Eiche oder Esskastanie als Baumarten, die zukünftig mit Hitze und Trockenheit gut zurechtkommen. Ziel ist ein strukturierter, vielfältiger Wald aus alten und jungen Bäumen mit 4 bis 5 Baumarten. Später fördern die Forstwirte bei einer Jungbestandspflege seltene Baumarten und formen so den Wald der Zukunft.

Pflanzung von Tanne für einen gemischten Wald

