Landschaftsbild

Das Gesicht des Fichtelgebirges hat sich im Lauf der Jahrhunderte immer wieder verändert. Seit dem Mittelalter wurde der Wald intensiv genutzt, und so entstanden zahlreiche Lichtungen und Freiflächen. In den vergangenen hundert Jahren hat sich dieser Trend umgekehrt: Der Wald wächst seither stetig zurück.

In der frühen Neuzeit prägte die frühindustrielle Nutzung das Steinachtal. Bergwerke, Kohlenmeiler, Hochöfen, Hammerwerke und Glashütten bestimmten das Landschaftsbild. Der Wald diente vor allem als Lieferant von Brennholz, und der enorme Holzbedarf ließ weite Flächen entstehen, auf denen kaum noch ein Baum stand.

Anfang des 20. Jahrhunderts begann die touristische Erschließung des Fichtelgebirges, zunächst durch den Wintersport. 1907 fuhr der erste „Rodlerzug“, ein Sonderzug für Wintersportler, in den Bahnhof Warmensteinach ein. In den folgenden Jahren kamen immer mehr „Sommerfrischler“ nach Warmensteinach, Oberwarmensteinach und Fleckl. 1954 entstand am gegenüberliegenden Hang der erste Schlepplift des Fichtelgebirges. Auch der Eisenberghang, an dessen oberem Ende wir stehen, war ein beliebtes Skigebiet.

Ein Blick auf alte Aufnahmen von Oberwarmensteinach zeigt, wie sehr sich die Landschaft in den letzten Jahrzehnten verändert hat.

Dieses Foto entstand im August 1920. Ein junges Paar aus Sachsen verbrachte in Oberwarmensteinach seine Flitterwochen. Sie stehen am gegenüberliegenden Hang zum Geiersberg. Es war Kirchweih, das Karussell neben der Kirche am ehemaligen Gasthof Stern ist noch gut erkennbar. Heute ist die schöne Aussicht verbaut und zugewachsen.